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Schwere Wehrmachtslok D 311

Die „Dora“-Lok D 311 war in der Reihe der Lokomotiven des Zweiten Weltkrieges ein Sonderling, denn in ihrer Konzeption als Doppellok in Starrrahmenbauweise mit zwei kurzgekuppelten Hälften, dem dieselelektrischen Antrieb und der für damalige Verhältnisse ungewöhnlich hohen Leistung von 2 × 940 PS (bei 700 U/min) unterscheidet sich die D 311 in geradezu jeder Hinsicht von allen anderen Lokomotiven der Wehrmacht und der Deutschen Reichsbahn. Jede Lokomotivhälfte hatte vier Achsen (Achsformel Do+Do), die durch Tatzenmotoren angetrieben wurden. Den elektrischen Strom lieferte je ein Generator pro Hälfte mit 640 kW Leistung.

Diese Maschine war Deutschlands größte, schwerste und leistungsfähigste Militär-Diesellok im Zweiten Weltkrieg. Nur die konstruktiv sehr nah verwandte 241.001/002, der Prototyp einer bereits drei Jahre zuvor von Sulzer, Henschel und BBC für die CFR gebauten dieselelektrischen Schnellzuglokomotive, überflügelte sie noch. Die D 311 war als Zuglok für die Super-Geschütze „Dora“ und „Schwerer Gustav 2“ vorgesehen. Außerdem sollten die Lokomotiven für Notstrom sorgen, wenn die Kraftzentrale des Geschützes ausfallen würde. Ab Herbst 1941 wurden von Krupp insgesamt vier Doppelloks an die Wehrmacht abgeliefert. Zwei weitere Doppelloks wurden während der Herstellung in den Krupp-Werken in Essen durch Feindeinwirkung zerstört.

Technische Daten D 311
  • Deutschland
  • Motorlokomotive
  • Do+Do
  • ab 1940
  • 4
  • 22,51 m
  • 150 t
  • 2 × 940 PS
  • 75 km/h
  • ca. 2 × 9800
  • ca. 2 × 7800
  • 1024 × 1024 px

Die Beschaffung brauchbaren Zeichnungs- und Referenzmaterials gestaltete sich im Fall dieser seltenen Lokomotive als besonders schwierig und zeitaufwändig. Es existieren nur eine handvoll Fotos aus der Zeit beim Militär, von Zeichnungen aus dieser Zeit ganz zu schweigen. Selbst die in heutigen Büchern vorhandenen Zeichnungen, welche zu Zeiten der DB angefertigt wurden, scheinen das Vorbild allenfalls in groben Zügen abzubilden. So wird wahrscheinlich noch eine ganze Weile vergehen, bis ich alles benötigte Vorlagenmaterial zusammengtragen haben werde.

Großen Aufwand investiere ich in die Lösung der Frage nach dem korrekten Farbton für den Anstrich. Der von mir hoch geachtete Stefan Lauscher schreibt in seinem Buch „Die Diesellokomotiven der Wehrmacht“, dass diese Maschinen ab Werk in (Wehrmachts-)grün lackiert gewesen seien, lässt jedoch offen, was unter „Wehrmachtsgrün“ zu verstehen ist. Einen grünen Anstrich halte ich für sehr unwahrscheinlich, da militärisches Großgerät der Deutschen Wehrmacht zum Auslieferungszeitpunkt der D311 in „Dunkelgrau Nr. 46, RAL 840 B2“ (entspricht Schwarzgrau RAL 7021) zu lackieren gewesen war (Heeresmitteilung Nr. 864, vom 31. Juni 1940). Alle mir bekannten Abbildungen von Lokomotiven des Typs D311 vor 1945 zeigen sehr dunkle Farbtöne. Nach meinem derzeitigen Erkenntnisstand müsste die D311 ab Werk so wie im oberen Bild angestrichen und beschriftet gewesen sein.

Es bleibt anzumerken, dass ich nicht beabsichtige, das zur D 311 gehörende gigantische 80cm-Geschütz herzustellen. Dieses und seine Peripherie würde in einer Flugsimulation keinen vernünftigen Zweck erfüllen — verglichen mit dem enormen Aufwand, den ich für seine Realisierung zu stemmen hätte. Ich denke, dass die D 311 innerhalb der Simulation stattdessen eher die 28cm-Geschütze an die Front bringen sollte, was zwar historisch nicht belegbar ist, jedoch in meinen Augen nicht zwangsläufg falsch wäre.

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