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3D-Modelle für eine Flugsimulation


Wenn ich mich in der Vergangenheit virtuell in der Umgebung von Computerspielen bewegte, schenkte ich zwar dem Gesamteindruck der Spielwelt Beachtung — den einzelnen Objekten jedoch weniger. Dies änderte sich, als ich begann, mich mit „IL-2: Sturmovik“ und seinem Nachfolger „IL-2: Forgotten Battles“ zu beschäftigen. Vom technischen und optischen Standpunkt gesehen glänzte diese Flugsimulation des Zweiten Weltkrieges von Maddox Games auf der ganzen Linie, jedenfalls nach meinem persönlichen Eindruck. Zugegeben, sie glänzte fast auf der ganzen Linie, denn etwas störte mich gewaltig: ihre im Vergleich zu allem anderen miserabel aussehenden Eisenbahnobjekte.

Als aktives Mitglied der Fangemeinde wusste ich, dass eine Reihe von weltweit verstreuten freiwilligen Helfern, den so genannten „3rd party modellers“ (kurz: 3PM) für die IL-2-Serie Modelle herstellte. Allerdings lag deren Fokus – und wer soll es ihnen verdenken – auf der Herstellung von Flugzeugen. Schließlich haben wir es mit einer Flugsimulation zu tun, also wen wundert’s? Meine Hoffnungen auf wenigstens halbwegs realistisch modellierte Eisenbahnobjekte waren damals nichts als Luftblasen, die im Zweiwochentakt zerplatzten.

grosseLokMit tatkräftiger Unterstützung und der Hilfe von Danic machte ich mich im Dezember 2004 daran, mittels einer Trialversion von 3ds max die ersten zaghaften Gehversuche im 3D-Modellbau zu unternehmen. Die in meinem Kopf bereits sehr konkret existierenden Modelle wollten mit diesem komplizierten Stück Software in die virtuelle Realität umgesetzt werden. Bereits Ende Januar 2005 konnte ich erste brauchbare Ergebnisse vorlegen und fragte bei Maddox Games völlig unverbindlich an, ob dort für meine Arbeit Verwendung bestünde. Die Antwort fiel sehr positiv aus, und man zeigte sich äußerst interessiert. So kommt es, dass ich heute für die von Fans heiß erwartete Flugsimulation „Il-2 Sturmovik: Cliffs of Dover“ und seine Nachfolger (überwiegend deutsche) Eisenbahnmodelle, Gebäude und Fahrzeuge herstelle.

Viele meiner Modelle sind bereits in „Il-2 Sturmovik: Cliffs Of Dover“ enthalten.

Zeitweise werde ich beim Modellbau von Jagdhund unterstützt, überwiegend jedoch hilft er mir beim Sammeln und Auswerten von Vorlagenmaterial.

Meine Eisenbahnmodelle zeichnen sich mehrheitlich dadurch aus, dass sie im Rahmen des Poligonlimits in allen Details so maßstabsgetreu wie irgend möglich sind. Zum Bau der Modelle verwende ich bemaßte Konstruktionszeichnungen der Hersteller sowie haufenweise Fotos aus allen möglichen Perspektiven. Trotzdem kann ich nicht in allen Fällen auf geeignete Referenzen zurückgreifen, und so ist neben Sachverstand und Quellenstudium manchmal eben auch ein bisschen Phantasie gefragt.

Der geneigte Leser wird sich nun fragen, wozu ich das alles mache, wozu ich all die Stunden kostbarer Zeit opfere. Die Antwort ist so simpel wie der Ausspruch: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“. Ich habe eine Schwäche für die Deutsche Reichsbahn und allem, was mit ihr zusammenhängt. Die Chance, alle diese interessanten Lokomotiven, Wagen und Gebäude in einer ernsthaften Simulation quasi zum Leben zu erwecken – und anderen somit zugänglich zu machen – will ich nicht ungenutzt verstreichen lassen. All diese Dinge, welche seit Jahrzehnten nicht mehr live erlebt werden konnten, sie können nun virtuell zurückkommen und erneut bestaunt werden.

Foo’bar